Wildkräuter – Steckbrief: Knoblauchsrauke

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Wusstest du, dass in deiner Umgebung viele Pflanzen wachsen, die essbar sind? Die meisten davon schmecken sogar richtig lecker, enthalten wertvolle Inhaltsstoffe und das Beste ist: sie sind völlig kostenlos. In Zeiten, in denen sich immer mehr Menschen für eine ausgewogene, gesunde Ernährung interessieren, rücken auch die sogenannten Wildkräuter immer mehr in den Fokus. Eines davon möchten wir dir heute vorstellen: die Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata), was zur Familie der Kreuzblütler gehört.

Kreuzblütengewächsen wird eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt, vor allem aufgrund der in ihnen enthaltenen Senföle, Saponine und teils ätherischen Öle. Diese Stoffe sollen (je nach Pflanze)

  • antibakteriell
  • harntreibend
  • schleimlösend
  • entzündungshemmend
  • antikanzerogen
  • cholesterinsenkend
  • blutreinigend
  • verdauungsfördernd

wirken.

Wildkräuter Knoblauchsrauke
Wildkräuter Knoblauchsrauke / Quelle: pixabay.com

Herkunft und Vorkommen

Die Knoblauchsrauke ist in Europa heimisch und hier weit verbreitet; so wie auch in Vorder- und Mittelasien. Sie ist in freier Natur recht häufig zu entdecken und auch leicht zu erkennen. Die Pflanze bevorzugt gern schattige Stellen, wie unter größeren Büschen oder Bäumen, an denen sie genügend Platz hat, sich auszubreiten. Oft findet man sie auch auf Brachflächen, in Laubwäldern oder Parks, an Hecken oder Gartenrändern.

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Woran erkenne ich die Knoblauchsrauke?

Die meist zweijährige Knoblauchsrauke ist nicht besonders auffällig, doch wenn man sie erst einmal kennt, leicht zu entdecken. Achte dabei auf folgende Punkte:

  • zu finden ist die Knoblauchsrauke von März bis September
  • die Blühzeit ist von Mitte April bis Juni, teilweise auch später
  • die Pflanze kann, je nach Standort, bis zu einem Meter groß werden. In den meisten Fällen wächst sie aber nur etwa 60 bis 70 cm hoch
  • die Grundblätter unten sind meist deutlich runder, als die oberen, kleineren Blätter, die spitz zulaufen
  • die Blüten sind klein und weiß, meist sind es 4
  • Wenn du dir unsicher bist, zerreibe ein Blatt zwischen den Fingern und rieche daran. Es sollte sich ein leichter Knoblauchgeruch bemerkbar machen
Knoblauchsrauke
Knoblauchsrauke / Quelle: pixabay.com
Wildkräuter Knoblauchsrauke
Wildkräuter Knoblauchsrauke / Quelle: pixabay.com

Keine Angst vor Verwechslungen! Die Knoblauchsrauke hat keine Doppelgänger, so dass eine Verwechslung ausgeschlossen ist. Zwar ähnelt sie etwas dem Gundermann, doch auch dieser ist nicht giftig und gilt als gesundes, leckeres Wildkraut.

Wie schmeckt Knoblauchsrauke?

Die Knoblauchsrauke ist eher mild im Geschmack, aber trotzdem fein-würzig. Der Name ist Programm: die Blätter besitzen ein leichtes Knoblaucharoma, das aber nicht so stark herauskommt wie zum Beispiel beim Bärlauch. Menschen, die Bärlauch nicht mögen oder vertragen, finden mit der Knoblauchsrauke eine gute Alternative.

Von der Pflanze lassen sich übrigens alle Teile verwerten. Die grünen, noch unreifen Samenhülsen lassen sich als scharfe, frische Zutat in diversen Gerichten nutzen, die reifen schwarzen Samen schmecken pfeffrig und können als Gewürz genutzt oder zur Senfherstellung verwendet werden.

Die Wurzel erinnert geschmacklich an Meerrettich und kann auch so verarbeitet werden; also zum Beispiel frisch über einen Salat oder ein Butterbrot gerieben werden.

Was du beim Sammeln beachten solltest

Sammel die Knoblauchsrauke bevorzugt an „natürlichen“ Plätzen, also dort, wo keine Belastung durch Schmutz, Chemikalien, Abgase, oder auch Tiere (Urin und Kot) usw. stattfindet. Vor dem Verzehr solltest du die Pflanze auch unbedingt waschen.

So kannst du Knoblauchsrauke verwenden

Damit das feine Knoblaucharoma besonders gut zur Geltung kommt, sollte die Pflanze am besten frisch verwendet und nicht erhitzt werden. Möchtest du sie für warme Gerichte benutzen, gib sie erst ganz am Ende, direkt vor dem Servieren dazu. Die Blätter und Blüten eignen sich als Salat, für Pesto oder Kräuterquark, als Topping für Suppen oder Saucen, als Dip, für Eintöpfe oder auch als Teil gesunder Gemüse-Smoothies.

Wie schon geschrieben, lassen sich die Samen zu einem Wildkräutersenf verarbeiten. Dazu die schwarzen Samen mit etwas Essig und Salz in einem Mörser so lange zermahlen, bis eine einheitliche Paste entsteht.

Hast du schon mal Knoblauchsrauke gegessen? Oder bist du vielleicht sogar Wildkräuter-Experte? Lass´ es uns gerne in den Kommentaren wissen.

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