Alles über Sauerkraut

Teile diesen Beitrag

Sauerkraut ist eines dieser Lebensmittel, das viele mit Tradition, Winter und deftiger Küche verbinden. Vielleicht denkst du dabei an Omas Sonntagsessen, an Bratwurst mit Kartoffelpüree oder an die klassische deutsche Küche. Doch Sauerkraut ist viel mehr als nur eine Beilage – es ist ein fermentiertes Superfood mit langer Geschichte, überraschender Vielseitigkeit und beeindruckenden gesundheitlichen Vorteilen. Dieser Beitrag erklärt dir alles über dieses besondere Gericht und bringt es dir vielleicht (wieder) näher.

Anzeige

Was Sauerkraut eigentlich ist

Im Grunde handelt es sich bei Sauerkraut um fein geschnittenen Weißkohl, der durch Milchsäuregärung konserviert wird. Dabei wird der Kohl mit Salz vermischt und in einem Behälter luftdicht verschlossen. Die auf den Kohlblättern natürlich vorkommenden Milchsäurebakterien beginnen, den Zucker im Kohl zu verstoffwechseln und in Milchsäure umzuwandeln. Dieser Prozess sorgt nicht nur für die typische Säure, sondern auch für die lange Haltbarkeit und die Entstehung wertvoller Inhaltsstoffe. Du brauchst also keine komplizierten Zutaten oder Geräte, um Sauerkraut selbst herzustellen. Salz und Zeit reichen aus, damit sich aus einfachem Kohl ein aromatisches, gesundes Lebensmittel entwickelt.

Die Geschichte hinter dem Kraut

Obwohl Sauerkraut oft als typisch deutsch gilt, stammt die Idee der Fermentation ursprünglich aus Asien. Schon vor über 2000 Jahren konservierten die Chinesen Kohl in Salzlake. Über Handelswege und kriegerische Eroberungen gelangte die Technik nach Europa, wo sie sich in vielen Ländern etablierte. In Deutschland wurde Sauerkraut besonders im Winter geschätzt, weil es lange haltbar war und wichtige Vitamine lieferte, wenn frisches Gemüse knapp wurde. Auch Seefahrer nahmen Sauerkraut mit auf ihre Reisen, um sich vor Skorbut zu schützen, da es reich an Vitamin C ist.

Hier findest du weitere Infos zur Fermentation

Anzeige

Inhaltsstoffe und gesundheitliche Vorteile

Sauerkraut ist nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund. Es enthält viele Vitamine, darunter Vitamin C, B-Vitamine und Vitamin K. Außerdem liefert es Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Eisen. Besonders interessant ist der hohe Gehalt an Milchsäurebakterien, die sich positiv auf deine Darmflora auswirken. Diese probiotischen Kulturen fördern die Verdauung, stärken das Immunsystem und können sogar die Aufnahme von Nährstoffen verbessern. Sauerkraut ist zudem kalorienarm, fettfrei und enthält Ballaststoffe, die lange satt machen.

Wenn du also etwas für deine Gesundheit tun möchtest, lohnt es sich, regelmäßig Sauerkraut in deinen Speiseplan einzubauen. Aber Achtung: Um von den gesundheitlichen Vorteilen zu profitieren, muss das Sauerkraut nicht pasteurisiert sein! Die Hitze bei der Pasteurisation zerstört nämlich die wertvollen, lebenden Milchsäurebakterien, die für die Darmgesundheit wichtig sind, und auch hitzeempfindliche Vitamine (wie Vitamin C) werden zerstört. Dadurch hat pasteurisiertes Sauerkraut aus Dose oder Glas kaum noch eine probiotische Wirkung und deutlich weniger Vitamine, während frisches, gekühltes Sauerkraut diese Nährstoffe behält und deine Darmflora unterstützt.

Mehr Wissen findest du in diesem Beitrag: Probiotika und Präbiotika

Anzeige

Sauerkraut selbst herstellen

Du kannst Sauerkraut ganz einfach selbst herstellen. Alles, was du brauchst, ist frischer Weißkohl, Salz und ein Gefäß, das du luftdicht verschließen kannst. So geht’s:

  • Zuerst schneidest du den Kohl in möglichst feine Streifen und vermengst ihn mit Salz.
  • Dann knetest du ihn kräftig, bis Flüssigkeit austritt. Diese sogenannte Lake ist wichtig für die Fermentation.
  • Anschließend füllst du den Kohl in ein Glas oder einen Gärtopf, drückst ihn gut fest und verschließt das Gefäß. Oben an der Oberfläche sollte sich nur Flüssigkeit befinden und kein Kohlstück herausschauen.
  • Nach einigen Tagen beginnt die Gärung. Je länger du das Kraut stehen lässt, desto intensiver wird der Geschmack. Nach etwa zwei bis drei Wochen kannst du es probieren, aber auch eine längere Reifezeit ist möglich.

Genaue Rezepte findest du im Internet; auch spannende Kombinationen mit verschiedenen Kräutern und Gewürzen.

Sauerkraut in der Küche

In der Küche ist Sauerkraut vielseitig einsetzbar. Du kannst es klassisch als Beilage zu Fleischgerichten servieren, aber auch moderne Rezepte ausprobieren. Wie wäre es mit einem Sauerkrautauflauf, einem vegetarischen Wrap mit Sauerkraut oder einem Salat mit rohem, ungekochtem Kraut? Gerade die rohe Variante ist besonders gesund, weil die probiotischen Kulturen erhalten bleiben. Auch in asiatischen Gerichten kannst du Sauerkraut verwenden. Es passt gut zu Reis, Tofu oder in eine Suppe.

Internationale Varianten

Sauerkraut gibt es nicht nur in Deutschland. In Korea heißt die fermentierte Variante Kimchi und wird mit Chili, Knoblauch und anderen Gewürzen zubereitet. In Polen und Russland ist Sauerkraut fester Bestandteil der traditionellen Küche, oft kombiniert mit Pilzen oder Fleisch. Diese internationalen Varianten zeigen, wie vielfältig fermentierter Kohl sein kann. Du kannst dich inspirieren lassen und neue Rezepte ausprobieren, die über das klassische deutsche Gericht hinausgehen.

Lagerung und Haltbarkeit

Selbstgemachtes Sauerkraut hält sich mehrere Monate, wenn du es kühl und dunkel lagerst. Wichtig ist, dass es immer mit Lake bedeckt ist, damit keine Luft eindringt. Im Kühlschrank kannst du es problemlos aufbewahren, am besten in einem Glas mit Schraubdeckel. Achte darauf, dass du immer saubere Löffel verwendest, um das Kraut herauszunehmen, damit keine Keime hineingelangen.

Sauerkrautsaft – ein unterschätztes Nebenprodukt

Beim Fermentieren entsteht Sauerkrautsaft, der oft unterschätzt wird. Er enthält viele der gleichen gesunden Inhaltsstoffe wie das Kraut selbst und kann pur oder verdünnt getrunken werden. Der Saft wirkt verdauungsfördernd, kann bei Sodbrennen helfen und ist ein echter Geheimtipp für die Darmgesundheit. Manche nutzen ihn auch als Basis für Dressings oder zum Würzen von Suppen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert