Leitungswasser trinken – das musst du beachten

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Leitungswasser ist für viele Menschen in Deutschland längst das Standardgetränk im Alltag. Es ist günstig, immer verfügbar, oft von sehr guter Qualität und dazu noch umweltfreundlich. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die du beachten solltest, wenn du regelmäßig Leitungswasser trinkst. Denn auch wenn es streng kontrolliert wird, spielt die Qualität deiner Hausinstallation, dein Umgang mit Wasser und dein persönlicher Alltag eine große Rolle. Lass uns gemeinsam anschauen, worauf es wirklich ankommt, damit du dein Leitungswasser mit einem guten Gefühl genießen kannst.

Warum Leitungswasser in Deutschland so beliebt ist

Wasser aus der Leitung hat in Deutschland einen ziemlich guten Ruf. Das liegt vor allem daran, dass es streng kontrolliert wird und oft sogar besser abschneidet, als manche abgefüllten Wassersorten. Viele Menschen schätzen außerdem, dass sie keine schweren Kisten schleppen müssen und dass das Wasser direkt aus der Leitung kommt, wann immer sie es brauchen. Gleichzeitig ist es ein Beitrag zur Nachhaltigkeit, denn du sparst Verpackung, Transportwege und Plastikmüll.

Die Rolle deiner Hausinstallation

Auch wenn das Wasserwerk hervorragendes Wasser liefert, ist die Qualität des Wassers bei dir zu Hause immer auch von deiner eigenen Installation abhängig. Alte Rohre, schlecht gewartete Leitungen oder selten genutzte Wasserhähne können die Wasserqualität beeinflussen. Besonders in älteren Gebäuden lohnt es sich, einmal darüber nachzudenken, wie lange die Leitungen schon im Einsatz sind und ob sie vielleicht irgendwann erneuert wurden. Wenn du in einem Altbau wohnst, kann es sinnvoll sein, sich einmal mit dem Thema Hausleitungen zu beschäftigen. Das bedeutet nicht, dass du sofort etwas ändern musst, aber ein Bewusstsein dafür hilft dir, dein Wasser besser einzuschätzen.

Stagnationswasser – warum du morgens den Hahn kurz laufen lassen solltest

Wenn Wasser längere Zeit in der Leitung steht, spricht man von Stagnationswasser. Das passiert zum Beispiel über Nacht oder wenn du ein paar Tage nicht zu Hause warst. Dieses Wasser kann sich leicht erwärmen und dadurch Stoffe aus den Leitungen aufnehmen. Deshalb ist es sinnvoll, morgens oder nach längerer Abwesenheit den Hahn kurz laufen zu lassen, bis das Wasser wieder kühl aus der Leitung kommt. Dieser kleine Handgriff kostet dich nur ein paar Sekunden, sorgt aber dafür, dass du frisches Wasser trinkst, das direkt aus dem Leitungssystem kommt.

Warmes Wasser ist kein Trinkwasser

Auch wenn es praktisch klingt: Warmes Wasser aus dem Hahn solltest du nicht trinken! Es wird nicht als Trinkwasser kontrolliert, weil es durch den Warmwasserspeicher oder die Heizungsanlage läuft. Dabei können sich Stoffe lösen, die du nicht im Glas haben möchtest. Wenn du also Tee kochst oder Kochwasser aufsetzt, nimm auf jeden Fall immer kaltes Wasser und erhitze es selbst; sicher ist sicher.

Der Grund: Warmes Wasser zirkuliert länger im Rohrsystem und kann hierbei leichter Metalle wie Blei, Nickel oder Kupfer aus den Rohren lösen. Diese Schadstoffe bleiben auch nach dem Kochen im Wasser! Auch Bakterien und Keime fühlen sich bei höheren Temperaturen richtig wohl; zum Beispiel in Warmwasserleitungen oder Boilern, was sie zum Wachstum anregt.

Auch wichtig: Beim Spülen per Hand ist warmes oder heißes Wasser übrigens kein Problem, da hier die unerwünschten Stoffe durch Verdünnung mit Wasser und den Einsatz von Spülmittel keinen Schaden anrichten können.

Leitungswasser und Babys – besondere Vorsicht

Wenn du für Babys oder Kleinkinder Wasser nutzt, gelten besondere Empfehlungen. Manche Regionen haben höhere Nitratwerte oder bestimmte Mineralstoffkonzentrationen, die für Erwachsene völlig unproblematisch sind, für Babys aber nicht ideal. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, das Wasser vorher abzukochen oder auf spezielle Babywasser-Produkte zurückzugreifen.

Filter: Sinnvoll oder überbewertet?

Viele Menschen nutzen Wasserfilter, weil sie glauben, dass das Wasser dadurch „besser“ wird. Das kann stimmen, muss aber nicht. Manche Filter entfernen tatsächlich Stoffe wie Kalk oder Chlor, andere können aber auch Keime ansammeln, wenn sie nicht regelmäßig gewechselt werden. Ein Filter ist also nur dann sinnvoll, wenn du ihn wirklich pflegst und die Kartuschen rechtzeitig austauschst.

Kalk – lästig, aber nicht gefährlich

Kalk ist für viele Menschen ein optisches Problem, aber gesundheitlich ist er unbedenklich. Hartes Wasser enthält mehr Mineralien, die sich beim Erhitzen absetzen. Das sieht nicht schön aus, ist aber kein Grund zur Sorge. Wenn du also in einer Region mit hartem Wasser lebst, musst du dir keine Gedanken machen, ob du es trinken kannst oder nicht – du kannst; nur der Geschmack ist eventuell gewöhnungsbedürftig, was auch bei Tee oder Kaffee auffällt.

Leitungswasser und Geschmack

Manchmal schmeckt Leitungswasser unterschiedlich – je nachdem, wo du bist, wie alt die Leitungen sind oder welche Mineralien im Wasser vorkommen. Das ist normal. Wenn dir der Geschmack nicht gefällt, kannst du das Wasser kurz stehen lassen oder es etwas verfeinern, zum Beispiel mit einem Spritzer Zitrone. Viele Menschen merken gar nicht, wie sehr der Geschmack vom Material des Gefäßes beeinflusst wird. Glas schmeckt neutraler als Plastik, Edelstahl anders als Keramik. Wenn du Lust hast, probiere dein Wasser mal aus Gefäßen aus unterschiedlichen Materialien und versuche, den Unterschied zu erkennen.

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Hygiene rund um den Wasserhahn

Auch der Wasserhahn selbst spielt eine Rolle: Wenn der Perlator – also das kleine Sieb am Hahn – verschmutzt ist, können sich dort Ablagerungen oder sogar Keime sammeln. Es lohnt sich, ihn regelmäßig abzuschrauben und zu reinigen; das dauert nur wenige Minuten und sorgt dafür, dass das Wasser sauber bleibt.

Leitungswasser unterwegs

Wenn du Leitungswasser in eine Trinkflasche abfüllst, solltest du darauf achten, dass die Flasche regelmäßig gründlich gereinigt wird. Besonders bei warmem Wetter können sich Keime schnell vermehren. Edelstahlflaschen sind hierbei oft hygienischer als Plastikflaschen, weil sie weniger Gerüche annehmen und leichter zu reinigen sind.

Weitere Tipps findest du auch hier: Thermoskanne reinigen (geht auch für Trinkflaschen)

Leitungswasser und die Umwelt

Einer der größten Vorteile von Leitungswasser ist seine Umweltbilanz. Du sparst Verpackung, Transportwege und Energie. Trinkst du also Leitungswasser, tust du nicht nur dir selbst etwas Gutes, sondern auch der Umwelt. Viele Menschen unterschätzen diesen Aspekt, aber er macht einen riesigen Unterschied. Da du nun weißt, worauf du beim Wassergenuss achten solltest, kannst du es dir hoffentlich umso besser schmecken lassen!

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